Hinter Stahlflamme stehen kein Großhandel und kein Importmodell, sondern zwei Brüder und eine Werkstatt im Bayerischen Wald. So entsteht ein Brennholzregal – Schritt für Schritt.
Aus Wegscheid
Florian und Matthias Moser fertigen ihre Regale in Wegscheid (Landkreis Passau). Jedes Stück wird hier zugeschnitten, geschweißt, entgratet und oberflächenbehandelt – Made in Germany mit klarer Herkunft.
Vom Stahl zum Regal
- Zuschnitt: Die Form entsteht aus massivem Konstruktionsstahl.
- Schweißen: Stabil und sichtbar – die Naht ist Teil der Konstruktion.
- Entgraten: Von Hand nachgearbeitet, bis die Haptik stimmt.
- Oberfläche: warm-gewalzt, gebeizt-geölt oder pulverbeschichtet – der Charakter wird sichtbar.
Warum das zählt
Handarbeit bedeutet: feine Bearbeitungsspuren, lebendige Oberflächen, jedes Stück ein Unikat. Kein anonymes Massenprodukt, sondern ein Möbelstück, das man dem Material ansieht.
Die Vorbereitung entscheidet
Bevor die erste Naht gesetzt wird, müssen Maße, Winkel und Material stimmen. Stahl wird nicht einfach nur zugeschnitten: Jede Kontur beeinflusst später den Stand und die sichtbaren Fugen. Deshalb werden die Einzelteile vorbereitet, entgratet und für den Aufbau ausgerichtet. Je genauer dieser Schritt erfolgt, desto ruhiger wirkt das fertige Regal.
Auch der Werkstoff selbst wird betrachtet. Naturbelassener Stahl besitzt Schattierungen, Walzspuren und kleine Unterschiede. Für sichtbare Flächen wird deshalb nicht nur nach Maß, sondern auch nach Wirkung ausgewählt.
Weniger Schweißnähte durch präzise Konstruktion
Durch ein speziell abgestimmtes Fertigungs- und Biegeverfahren formen wir Bauteile aus möglichst wenigen Einzelteilen. Wo es konstruktiv sinnvoll ist, nutzen wir zusätzlich ein Nut-und-Feder-Prinzip: Die Bauteile greifen präzise ineinander, erhöhen die Stabilität und verringern gleichzeitig die Anzahl notwendiger Schweißnähte. So entstehen klare Linien und eine dauerhaft belastbare Konstruktion.
Schweißen ohne die Form zu verlieren
Beim Schweißen entsteht Wärme, und Wärme kann Stahl verziehen. Die Reihenfolge der Nähte, das Fixieren der Bauteile und wiederholte Kontrollen sind daher entscheidend. Ziel ist eine stabile Konstruktion mit klarer Geometrie. Sichtbare Nähte werden nicht versteckt, sondern sauber in die Gestaltung integriert.
Danach beginnt die Arbeit, die auf Fotos kaum auffällt: Kanten werden von Hand nachgearbeitet, Übergänge geprüft und Flächen gereinigt. Gerade diese Schritte entscheiden darüber, ob sich ein Möbelstück präzise und selbstverständlich anfühlt.
Oberfläche und Endkontrolle
Je nach Variante bleibt die Walzhaut sichtbar, der Stahl wird gebeizt und geölt oder erhält eine Pulverbeschichtung. Jede Oberfläche verlangt eine eigene Vorbereitung. Vor dem Verpacken wird das Regal noch einmal auf Stand, Maße, Kanten, Nähte und Oberflächenbild geprüft.
- Steht die Konstruktion ruhig und ohne sichtbaren Verzug?
- Sind alle Kanten sauber und angenehm in der Handhabung?
- Ist die Oberfläche frei von vermeidbaren Beschädigungen?
- Ist das Regal für den Transport ausreichend geschützt?
Warum Handarbeit sichtbar bleiben darf
Handarbeit bedeutet nicht, dass jedes Stück künstlich identisch gemacht wird. Naturbelassene Oberflächen und feine Bearbeitungsspuren erzählen, wie das Material verarbeitet wurde. Entscheidend ist die Grenze zwischen gewolltem Charakter und vermeidbarem Fehler – und genau dafür braucht es Erfahrung und eine konsequente Endkontrolle.
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